Rita-Gebete
- Andachten -

Aktualisiert: 2.07.09
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Friedens-Andacht

1.



Einführung: Lebensgeschichte Hl. Rita
Wahrscheinlich um 1381 wurde Rita in Roccaporena geboren, einem kleinen Dorf in Umbrien, in Italien, etwa 150 km nordöstlich von Rom. Ritas Eltern, Amata und Antonio Lotti, waren als "Friedensstifter" geachtet. Ihr einziges Kind ließen sie auf den Namen Margeritha taufen, von dem der Kurzname Rita blieb.
Mitten in Roccaporena liegt der Scoglio, ein spitzer Berg, auf den Rita oft zum Gebet stieg. Dort reifte wohl auch ihr Entschluss, in das Kloster der Augustinerinnen in Cascia einzu-treten. Die Eltern jedoch wünschten die Heirat der Tochter, was in der entlegenen umbrischen Bergregion eine Alterssicherung bedeutete. Rita holte sich Rat in der Einsiedelei Santa Croce im Nusstal, dem heutigen Santa Maria della Stella. Als Fernando Mancini um ihre Hand anhielt, willigte sie ein und heiratete ihn. Über die Ehe mit Fernando weiß man nicht viel. Wahrscheinlich war Fernando ein erfolgreicher Soldat. Die Überlieferung beschreibt ihn als jähzornig, jedoch auch bereit zur Veränderung. Er gehörte der Partei der Ghibellinen an, die damals im Streit mit den Guelfen lag. Fernando und Rita hatten zwei Söhne, Giovanni und Paolo Maria. Eines Tages begab sich Fernando aus Freundschaft zu seinem früheren Hauptmann wieder in Parteihändel. Dabei wurde er aus dem Hinterhalt ermordet. Die beiden Söhne starben an der Pest, bevor sie die Blutrache ausüben konnten, die damals üblich war. Sie.
Nach diesen leidvollen Lebenserfahrungen kam in Rita erneut der Wunsch auf, in das Kloster der Augustinerinnen in Cascia einzutreten. Sie wurde jedoch abgewiesen aus Angst, das Kloster könne in die parteilichen Verfeindungen und Streitigkeiten um ihren verstorbenen Ehemann verwickelt werden.
Rita bemühte sich darum, öffentlich Frieden zu stiften zwi-schen der Familie der Mörder und der Familie ihres Mannes, was ihr auch gelang. Sie erwirkte eine Friedensurkunde, in der bescheinigt wurde, dass man in Zukunft in Frieden und gegenseitiger Achtung weiterleben will. Im Lazarett neben ihrem Wohnhaus in Roccaporena hat sie nach der Überlieferung den an der Pest erkrankten Mörder ihres Mannes gepflegt. Die Legende erzählt, die drei Schutzheiligen der hl. Rita, Augustinus, Johannes der Täufer und Nikolaus von Tolentino, hätten sie mehrmals wundersam durch die verschlossenen Türen ins Innere des Klosters der Augustinerinnen geleitet.
Nun musste sich Rita in das Klosterleben eingewöhnen, was ihr sicher nicht immer leicht fiel. Die Legende erzählt, dass von Rita verlangt wurde, einen dürren Weinstock an der Klostermauern zu gießen, um Gehorsam zu üben. Der Weinstock trieb wieder aus. Er ist ein Zeichen dafür, dass Rita dem Leben diente. Leben erwecken wurde Rita zur Aufgabe. Zu-sammen mit ihren Schwestern widmete sie sich den Kranken und ihren Familien in Cascia.
Ritas Liebe zum Gekreuzigten war so groß, dass sie durch die Dornenwunde in der Stirn gezeichnet wurde. 15 Jahre lang hatte sie dieses Stigma, die Stirnwunde - ausgenommen die Zeit, in der sie im Kreis ihrer Mitschwestern nach Rom pilgerte.
Im Winter vor ihrem Tod, so erzählt die Legende, habe Rita um eine Rose aus ihrem Garten in Roccaporena gebeten und ihre Freundin Bona in ihr Rosengärtchen geschickt. Bona fand im Schnee eine blühende Rose und brachte sie ihr. Wahrscheinlich am 22. Mai 1457 starb Rita in ihrer Zelle im Kloster der Augustinerinnen. Schon bald nach ihrem Tod wurde sie verehrt. Trotz der frühen und verbreiteten Verehrung wurde sie erst am 2. Oktober 1627 selig- und am 24. März 1900 heiliggesprochen.

2.

Überleitung
   Material
 
Wir sind zusammen gekommen, um uns gegenseitig in unserem Vertrauen zu stärken und die Hl. Rita um ihr Eintreten vor Gott in unseren Anliegen zu bitten.
 
3. Lied  
"Komm, Schöpfer Geist, kehr bei uns ein ..."
   Gotteslob
   GL 245 1,4,5,6
  4. Gebet  
  Gott, du bist der, der für uns da ist. Du gibst uns Wegbegleiter und Wegbegleiterinnen zur Seite. So müssen wir nicht allein und orientierungslos unseren Lebensweg gehen.
Wir danken dir für die Hl. Rita, die uns Wegbegleiterin, Freundin, Fürsprecherin sein möchte. Bei ihr können wir uns Rat holen, sie will uns Vorbild und Stütze sein, uns zum größeren Vertrauen zu dir, Gott, Mut machen und unseren Kleinglauben stärken.
Als durch dich erlöste Menschen wollen wir lernen, uns selbst und einander zu lieben. Darum bitten wir dich in der Einheit mit dem Hl. Geist durch Christus, unseren Bruder und Herrn. Amen.

 
  5. Lesung  
    Lesung aus dem Brief des Apostels Paulus an die Römer.

Schwestern und Brüder. Eure Liebe sei ohne Heuchelei. Verabscheut das Böse, hal-tet fest
am Guten! Seid einander in geschwisterlicher Liebe zugetan, übertrefft euch in gegenseitiger Achtung! Lasst nicht nach in eurem Eifer, lasst euch vom Geist ent-flammen und dient dem Herrn! Seid fröhlich in der Hoffnung, geduldig in der Be-drängnis, beharrlich im Gebet! Helft
den Heiligen, wenn sie in Not sind; gewährt jederzeit Gastfreundschaft! Segnet eure Verfolger; segnet sie, verflucht sie nicht! Freut euch mit den Fröhlichen und weint mit den Weinenden!
Seid untereinander eines Sinnes; strebt nicht hoch hinaus, sondern bleibt demütig! Haltet
euch nicht selbst für weise! Vergeltet niemand Böses mit Bösem! Seid allen Menschen gegen-über auf Gutes bedacht! Soweit es euch möglich ist, haltet mit allen Menschen Frieden!

   Bibel
   Röm 12,9-21
  6. Ansprache: Rita - die Friedensstifterin  
    Wir sehen die Hl. Rita auf dem Bild vor dem Altar in Witwentracht. Es wurde noch zu Lebzeiten der Heiligen gemalt und ist ein Fresko in der San Francesco Kirche in Cascia. Von dem ursprünglichen Fresko ist nur noch die Darstellung Ritas übriggeblieben. Vermutlich war sie Teil der Darstellung der Versöhnung der Familien.
Die hl. Rita war von Haus aus eine Frau, der die Versöhnung zwischen Menschen ein Anliegen war, wie sie es von den Eltern gelernt hatte.
Nach dem Mord ihres Mannes versteckte Rita die blutverschmierten Kleider, damit sie die Söhne nicht zur Vergeltung herausforderten.
Der Hymnus "Salve Rita generosa" enthält eine Strophe, aus der wohl manche biographischen Aussagen abgeleitet sind:

 
Mutter, du warst erfüllt von Liebe zu deinen Söhnen.
Mutter, deine Tränen flossen über, als du die Blutrache verhütetest,
damit diese Söhne nicht die herbe Strafe des Todes erleiden möchten.
Die Überlieferung ist sich einig darüber, dass Ritas Kraft in dieser schweren Zeit ihres Lebens
die Wurzeln im Gebet hatte. Sie betete sehr darum, dass sie selbst fähig wäre zu vergeben,
und dass ihre Söhne nicht doch in einem bösen Akt der Vergeltung zu Mördern würden.
Ihre Verbindung mit Gott, mit Jesus Christus, vertiefte sich. Rita wurde mehr und mehr die
ganze, die zufriedene, die heile, die heilige Frau. So wurde sie anziehend und zum Magnet
für viele Menschen. Sie wird jenen zum Segen, denen alles aussichtslos erscheint und die
weit entfernt sind vom eigenen inneren Frieden und Heil.

Lassen wir uns jetzt durch Rita hinein nehmen in die Haltung der Versöhnung.
Versöhnung kommt nicht von allein. Sie muss gesucht werden. Wir selbst müssen den ersten oder wenigsten den zweiten Schritt tun auf andere zu, mit denen wir in Unfrieden leben.

  7. Anfragen  
    Ø Wo erlebe ich Unfrieden in meinem eigenen Alltag?
Ø Erlebe ich Unfrieden in meinem eigenen Herzen?
Ø Welche Konflikte trage ich mit mir herum? - Mit wem?
Ø Wie ist meine innere Haltung, wenn Menschen mich angreifen, verletzten, niedermachen?
Ø Finde ich Lösungen?

   ruhige Musik
  8. Anliegenzettel    Friedensbild, Zettel,    Stifte, ruhige Musik
  In den Bänken sind Zettel und Kulis. Sie sind eingeladen, das, was sie mitgebracht haben an Not, an Sorge, was sie belastet, alle Ängste und Anliegen, ihre Bitten um Hilfe, aufzuschreiben und anschließend in das "Fürbitt-Glas" zu werfen. Nachher stellen wir es wieder zu unserer Rita. Ebenso dürfen Sie ein Teelicht entzünden, stellvertretend für jede wird es dann in der Ritakapelle brennen, dort, wo wir auch unsere Bitten hinbringen.
  9. Fürbitten
    Gedanken können verändern und sie tun es auch!
Unsere Gebete füreinander wirken und verändern! Im Gebet für uns selbst, in der Fürbitte für andere, für unsere Welt ist ein großer Schatz verborgen. Er kann das Antlitz der Erde - und
der Menschen auf ihr verändern. Glauben wir daran! Beten und bitten wir füreinander.

 
    - freie Fürbitten oder gleich die Litanei -  
  10. Litanei    siehe dort...
  11. Lied    z.B. "Rita-Hymnus"    Du großer Gott wir    singen dir...    (Liedblätter)
  12. Segensgebet  
    Gott, segne uns und unser Bemühen um Frieden in und um uns. Schau' auf unseren Glauben und unsere Hoffnung. Erfülle uns mit Sehnsucht nach dir, dem Lebendigen. Du begleitest uns
mit deinem Segen jeden Tag neu. Denn du möchtest, dass unser Leben gelingt und dass wir
zur Freude finden, die nur du schenkst.
So segne uns Gott, der Dreifaltige, der Vater, der Sohn und der Hl. Geist. Amen.

   wenn möglich:
   Segnung mit einer
   Rita-Reliquie
  13. Schluss  
    Als Erlöste wollen wir uns auf den Weg machen. Gehen wir in Verbundenheit durch die Hl. Rita und im Vertrauen auf Gott, der alle unsere Wege mit uns geht. Daran erinnern uns viele Zeichen: Rosen und Medaillen, Bilder und Gebetshilfen.
Jede/jeder darf sich ein Friedensbildchen und eine Ritarose mitnehmen. Sie mögen Ihnen Hilfe und Stütze sein und der Hinweis darauf, dass unser Gott mit uns ist - hinein in unseren Alltag.
   Rita-Rosen
   Rita-Bildchen

Schw.Maria Hirth OSA, 2004
         
   

 

Leben der hl. Rita